Kuratorin Ute Ritschel zeigt sich mit der Resonanz sehr zufrieden: Das WDC-Thema Demokratischer Wald
sorgt für reichlich Gesprächsstoff
. Auch in den kommenden Wochen ist im Forst am Böllenfalltor viel los.
Demokratischer Waldsorgt für reichlich Gesprächsstoff
Darmstadt, 11. September 2026. Von Waldspaziergängern, die im Forst am Böllenfalltor an den neuen Kunstwerken des 13. Internationalen Waldkunstpfades vorbeikommen, hört Kuratorin Ute Ritschel häufig die Frage: Kann denn ein Wald demokratisch sein?
Nein
, lautet die immer gleiche Antwort, und sie ergänzt: Der Wald unterliegt den Naturgesetzen. Aber er hat Rechte und Bedürfnisse, die eine demokratische Gesellschaft respektieren sollte.
Nichts weniger wollen sie und ihr Team vom Verein für Internationale Waldkunst erreichen, als der Natur und dem Wald eine Stimme geben
. Dass dabei Diskussionen aufkommen über Demokratie als solche, den Zustand des Waldes und inwieweit Kunst geeignet ist, Einfluss zu nehmen, wertet Ritschel als sinnstiftenden Beitrag zum Internationalen WDC-Aktionsjahr Design for Democracy
, das den Rahmen für das diesjährige Waldkunstthema bildet.
Jetzt ist Halbzeit auf dem Waldkunstpfad. Die ersten drei Wochen lassen die Organisatoren zufrieden zurückblicken. Gut gebucht sind die Führungen an den Wochenenden, am Kinderbauwagen herrscht sonntags reger Betrieb und zahlreiche Selbstentdecker, die sich die Kunst im Wald auf eigene Faust erobern, wurden und werden gesichtet. Besonders freuen sich die Organisatoren über das Interesse vieler Besucher, sich mit den Kunstwerken näher zu beschäftigen.
Unser
, verrät Ute Ritschel zur Idee von Künstlerin Waltraud Munz-Heiliger. Die etwa einen Meter langen Mikado-Stäbe, deren Dekor auf sieben verschiedene Baumarten verweist, können am Infostand ausgeliehen werden. An anderen Stellen durchschreitet man andächtig Rumen Dimitrovs Waldbaum-Mikado
ist der RennerArch to Democratic Forest
, zieht sich in Emanuela Camaccis Space-time Capsula
zurück oder hält von Fredie Beckmans Waldkanzel
flammende Reden.
Auch in den nächsten drei Wochen bis zum Ende der Biennale am 4. Oktober wird noch viel geboten. Wer zu den Kunstobjekten auf dem gut zwei Kilometer langen, ausgeschilderten Rundweg noch mehr erleben möchte, sollte sich die Wochenenden vormerken. So lädt am Samstag, 12. September, die Künstlerin Ilse Dreher um 15 Uhr zum Gespräch an ihrem Kunstwerk Netz ohne Zentrum
ein, und um 17 Uhr präsentiert Spora Studio am Infostand das Projekt Laws of Nature
. Wald Musik
ist am Sonntag, 13. September, um 16 und 17.30 Uhr von der Gruppe Jetztmusik! im Waldkunstdorf zu hören.
Am folgenden Samstag, 19. September, und Sonntag, 20. September erlebt man am Naturdom
von 14 bis 18 Uhr die Künstlerin Dina Rautenberg und kann von 15 bis 17 Uhr an ihrem Workshop Der Kunstprozess als Übungsfeld
am Goethefelsen teilnehmen (Anmeldungen: Tel. 06151 789 95 37). Das zweite Waldkonzert, eine Musikalische Baum-Portrait-Performance
, findet am Sonntag um 16 Uhr am Infostand statt.
Weiter geht es am Samstag, 26. September, um 15.30 Uhr mit einem Rundgang durch Shakespeares Theater-Wälder
, bei dem Gäste den Buchautor Stefan Benz begleiten können – gestartet wird am Infostand. Am Sonntag, 27. September, zeigt die Künstlergruppe groupV letztmals im Waldkunstdorf ihre Digitale Installation Voices – Votes – Views
, und kurz vor dem Ende der Biennale lädt Kuratorin Ute Ritschel am Samstag, 3. Oktober, um 14 Uhr am Infostand zu einem Künstler*innen-Gespräch ein.
An allen Wochenenden werden um 15 Uhr öffentliche Führungen angeboten. Kleine und große Waldbesucher sind sonntags von 14 bis 17 Uhr am Kinderbauwagen willkommen, wo sie unter Anleitung von Geopark-Rangern und Waldkunstpädagogen selbst Waldkunst schaffen können.
Der Infostand an der Kreuzung hinter dem Waldparkplatz ist Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Hier gibt es den Lageplan mit Wegführung und ausführlicher Beschreibung der neuen Kunstwerke, zudem Kaffee und Kuchen sowie verschiedene Waldkunstartikel. Die Einnahmen aus dem Verkauf benötigt der Verein zur Finanzierung des Waldkunstpfades.
Neben dem Böllenfalltor warten auch die Grube Messel und das Internationale Waldkunstzentrum (IWZ) in der Ludwigshöhstraße 137 mit Waldkunst auf. In der Galerie des IWZ hat der Digitale Wald
seine Heimat (Öffnungszeiten bis 2. Oktober Montag bis Donnerstag 9-15 Uhr, Freitag 9 bis 14 Uhr, Samstag und Sonntag 14-17 Uhr); am Sonntag, 13. September, wird um 14 Uhr eine Führung angeboten. In der Grube Messel stellt Ute Ritschel die zwölf dort gezeigten Waldkunstobjekte am Sonntag, 20. September vor – ihre Führung Kunst Wald Fossil
beginnt um 12 Uhr.
Der 13. Internationale Waldkunstpfad im Forst am Böllenfalltor zum Thema Demokratischer Wald/Democratic Forest
wurde am 22. August eröffnet und endet am 4. Oktober. An der Biennale beteiligen sich in diesem Jahr 40 Künstlerinnen und Künstler aus 16 Ländern. 20 Installationen und 20 Aktionen (Performances, Konzerte, Filme) verteilen sich auf die drei Wirkungsorte Böllenfalltor als Hauptort, Grube Messel und Internationales Waldkunstzentrum (IWZ). Ein vorausgehendes Künstlersymposium, die 11. Internationale Waldkunstkonferenz und der 3. Digitale Wald bilden das Rahmenprogramm des Events, für das Oberbürgermeister Hanno Benz die Schirmherrschaft übernommen hat.
Seit dem Startjahr 2002 brachten 221 Künstlerinnen und Künstler aus 45 Ländern insgesamt 374 Kunstwerke in den Darmstädter Wald, von denen noch 42 Objekte erhalten sind.
Medienkontakt
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Verein für Internationale Waldkunst e. V. |
Claudia Ehry |